10. Februar 2026

ROBOTIK MACHT TEMPO

Axel Banoth auf Innovationsreise in China - Ein Interview mit dem Geschäftsführer von RoboPlanet über innovative Technologien, neue Partnerschaften und Eindrücke aus den Megacitys Shanghai und Shenzhen

Künstliche Intelligenz und autonome Systeme werden die nächste Evolutionsstufe der Robotik einläuten. Technologien wie Sensorik, maschinelles Lernen und Echtzeit-Umgebungserkennung bilden dabei die Grundlage.

Axel Banoth, Geschäftsführer von RoboPlanet GmbH

Portait Axel Banoth in Kreisform

Lieber Axel, Du warst Anfang des Jahres in Shanghai und Shenzhen. Was sind Deine wichtigsten Eindrücke von der Robotik- und Automatisierungslandschaft in Chinas Megacitys?

Axel Banoth: Die Geschwindigkeit und Entschlossenheit, mit der Innovationen in China umgesetzt werden, sind beeindruckend. Wo wir in Europa oftmals auf 100%-Lösungen warten und lange planen und abwägen, wird dort einfach ausprobiert und gemacht. Was wir noch als Zukunftsbilder im Kopf haben, ist in Chinas Megacitys bereits Realität. Besonders auffällig ist der strategische Weitblick: Bei der Stadtentwicklung wird grundsätzlich in Dekaden geplant. Komplexe Infrastrukturprojekte wie neue Metrostationen werden in einer für uns undenkbaren Zeitspanne von nur 6 Monaten umgesetzt.

Diese Geschwindigkeit kombiniert mit hoher technologischer Experimentierfreude unterscheidet China deutlich von Europa. Der Leistungsdruck ist dabei enorm: gerade Tech Start-Ups setzen eine permanente Erreichbarkeit ihrer Mitarbeiter voraus, 24/7 also rund um die Uhr. Dabei ist es selbst für gut ausgebildete Chinesen mittlerweile schwer geworden, einen guten Job zu finden. Die Arbeitslosigkeit, speziell bei jungen Akademikern, ist hoch.

Wie nimmt man die technologischen Unterschiede im Alltag wahr?

Axel Banoth: Es wird in China recht schnell klar, wie sehr Robotik und Automatisierung im Alltag angekommen sind. Mein persönliches Erlebnis als Geschäftsreisender war schon faszinierend: Ich bin mit fahrerlosen Taxis gefahren, die ich unkompliziert per App bestellen konnte. Das Fahrerlebnis war zwar ungewohnt, aber ich fühlte mich sicher. Im Hotel wurde ich von Servicerobotern begrüßt, die den Check-In übernahmen. Den Room-Service bestellte ich per QR-Code, und kurze Zeit später lieferte ein Serviceroboter das Essen direkt aufs Zimmer. Und auch am Frühstückbuffet waren Roboter im Einsatz und bereiteten Wunschgerichte zu, die man via Tablet bestellen konnte.

Gleichzeitig wird noch Wert auf echtes, menschliches Handwerk und perfekte Dienstleistung gelegt. Wer zum Beispiel am Samstagabend feststellt, dass er was Wichtiges vergessen hat, bekommt problemlos maßgeschneiderte Hemden oder Anzüge innerhalb von 24 Stunden gefertigt und direkt ins Hotel geliefert. Auch die Kommunikation vor Ort verlief reibungslos. Viele sprechen Englisch, und wo das nicht der Fall war, haben simultane Übersetzungs-Apps in Verbindung mit AirPods zuverlässig geholfen.

Welche technologischen Trends werden Deiner Meinung nach die Robotik-Branche in den nächsten 3-5 Jahren bei uns in Deutschland entscheidend beeinflussen?

Axel Banoth: Künstliche Intelligenz und autonome Systeme werden die nächste Evolutionsstufe der Robotik einläuten. Technologien wie Sensorik, maschinelles Lernen und Echtzeit-Umgebungserkennung bilden dabei die Grundlage. In China sind bereits humanoide Polizisten im Testeinsatz – ein klares Signal dafür, wie schnell sich das Thema ‚Autonome Roboter im öffentlichen Raum‘ entwickelt und welche regulatorischen wie gesellschaftlichen Fragen damit verbunden sind.

Für uns, die RoboPlanet, ist der Bereich Smart Buildings interessant, welcher sich rasant weiterentwickelt: Dort entstehen vernetzte Ökosysteme, in denen ganze Roboterflotten ins Gebäudemanagement eingebunden sind. Mithilfe von AI-Agents werden künftig u.a. Beleuchtung, Raumklima, Reinigung, Service, Transport und Security bedarfsgerecht gesteuert – vollautomatisiert und datenbasiert. Auch im Gesundheitswesen und im Retail sehen wir viel Bewegung. Wir verfolgen diese Trends sehr genau und arbeiten gezielt daran, geeignete Produkte auf den deutschen Markt zu bringen.

Welche konkreten Technologien und Einsatzbereiche sind für das RoboPlanet-Portfolio besonders relevant?

Axel Banoth: Unsere strategischen Schwerpunkte liegen aktuell in den Bereichen Gesundheitswesen, Retail, Hospitality und Facility Management. Wir arbeiten mit renommierten Hersteller-Partnern wie Pudu, Gausium und – ab Februar neu – mit Inmotion zusammen, um unseren Kunden die geeigneten innovativen Robotiklösungen und Serviceleistungen anzubieten.

Ab Februar erweitern wir unser Portfolio zum Beispiel um Security-Roboter, die autonom in der Lage sind, mittels Infrarotsensoren, Kameras und intelligenter Auswertung Kontrollgänge in Gebäuden durchzuführen und Anomalien direkt an die Leitstellen zu melden.

In der Gebäudereinigung, wo Robotiklösungen bereits weit verbreitet sind, sehen wir eine Entwicklung hin zur Vollautomatisierung. Reinigungsroboter werden bald in der Lage sein, bisher noch notwendige manuelle Reinigungsprozesse zu übernehmen. Außerdem können Reinigungsroboter künftig mittels selbstreinigender Docking-Stationen und automatisierter Leerung der Schmutzbehälter noch unabhängiger agieren.

Wie verändert der rasche technologische Wandel die Erwartungen unserer Kunden? Und welche Rolle wird RoboPlanet dabei spielen?

Axel Banoth: Die Erwartungshaltung verschiebt sich deutlich. Unsere Kunden sind Unternehmen aus unterschiedlichsten Branchen. Sie fordern integrierte, effiziente, wartungsarme und skalierbare Robotiklösungen. Der zunehmende Fachkräftemangel und die alternde Gesellschaft beschleunigen diese Entwicklung. Gleichzeitig müssen die Lösungen intuitiv, sicher und leicht in bestehende Prozesse adaptierbar sein.

RoboPlanet versteht sich als Brückenbauer zwischen technologischer Innovation und echter Anwendungspraxis. Wir denken und handeln nach dem Motto SERVICE FIRST. Das heißt für unsere Kunden, dass wir neben der passenden Hardware inklusiver Implementierung vor allem auch die persönliche Beratung, Schulung und Wartung im Fokus haben, jeweils abgestimmt auf den individuellen Kundenbedarf.

Kannst Du uns schon etwas zu neuen Partnerschaften oder Vertragsverlängerungen sagen, die auf Deiner Reise zustande kamen?

Axel Banoth: Wir haben die bestehenden Verträge mit unseren Partnern Pudu und Gausium um ein weiteres Jahr verlängert und gleichzeitig Einblick in deren Roadmaps erhalten – inklusive Vorschau auf die neuen Modelle, die beispielsweise im April auf der Interclean in Amsterdam vorgestellt werden. Besonders freuen wir uns über die neue Partnerschaft mit Inmotion, über die wir einige neue Robotermodelle in unser Portfolio aufnehmen werden. Diese Kooperation ermöglicht uns den Eintritt in weitere Anwendungsfelder mit hohem Potenzial. Mehr dazu werden wir im Laufe des Februar berichten.

Pudu_Axel_Vertragsverlängerung_China
RoboPlanet und Gausium bei der Vertragsverlängerung mit Geschäftsführer Axel Banoth

Welche Chancen und Herausforderungen siehst Du für RoboPlanet in der aktuellen Wettbewerbsdynamik?

Axel Banoth: China setzt durch Innovationsdruck und Marktgröße neue Standards. Für europäische Anbieter wie uns bedeutet das: Wir müssen schneller werden, mutiger und partnerschaftlicher denken. Die Chance liegt darin, unsere Stärken auszuspielen: Kundennähe, hohe Servicequalität und Branchen-Knowhow. Unsere Aufgabe ist es, die besten Technologien weltweit zu identifizieren und für den deutschen Markt zugänglich zu machen. Die Reise nach China war eine inspirierende Erfahrung und ein weiterer Baustein für die strategische Weiterentwicklung von RoboPlanet. Mit neuen Partnerschaften, erweitertem Produkt-Portfolio und einem geschärften Blick auf technologische Trends sind wir bestens gerüstet für die Zukunft.

Vielen Dank, lieber Axel, für das interessante Gespräch!

Autorin Portait Barbara Gruber Autor*in: Barbara Gruber
Lesedauer: Minuten
Beitrag vom: 10.02.2026

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